Liebe Leser, ich bin mit meinem Blog auf eigenen Webspace umgezogen.
Ihr findet mich ab sofort ganz schlicht und einfach unter

Ich hoffe, wir sehen uns.
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Ich hoffe, wir sehen uns.
Von wegen lose Kleidung kaschiert die Problemzonen …


Beide Bilder sind am gleichen Tag entstanden.
Damit ist das Thema nun endgültig durch (und der gestreifte Pulli hat demnächst ein Rendezvous mit der Schere
).
Es ist rot-weiss-blaue Woche bei mir
Da ich ja immer meine Klamotten für die Arbeitswoche in den Koffer packen muss, ist es praktisch, wenn ich mich für ein Farbthema entscheide, dann muss ich nicht soviele verschiedene Schuhe mitschleppen.
Hier mein Outfit von gestern: mein Flowers’n'Lace-Pulli und eine Beignet-Variante mit 2 Gehfalten vorne. Sorry für den blöden Entenschnabel … ich mache auf JEDEM Bild so ein dämliches Gesicht, weiss auch nicht, was gestern abend loswar.

Nein, ich habe NICHT versucht, besonders sexy auszusehen.

Echt nicht, ich schwör’s!

Alle anderen Bilder waren noch schlimmer aber eines hat mich immerhin zu einer kleinen Photoshop-Blödelei animiert. Guckt mal, wen ich gestern abend getroffen habe
Man kann nicht nur bestehende Anleitungen auf die passende Grösse umrechnen, sondern auch eine Anleitung für iene Pullover nach einem Bild basteln. Nehmen wir mal an, wir sehen irgendwo das Bild eines wunderschönen Pullovers, den wir UNBEDINGT haben müssen, aber die Anleitung ist nirgends aufzutreiben? Z.B. dieses Prachtstück hier (da möchte ich nicht nur die Anleitung für den Pulli, sondern auch für die Frisur, bitte).
Erfahrene Strickinnen sehen sofort: das ist kein FairIsle sondern ein Hebemaschenmuster, auf englisch Slip Stitch Pattern, auch manchmal Waffle Stitch genannant. Das ist ein gebräuchliches Muster, das man in vielen Anleitungen findet und eine Google-Bildersuche nach “knitting waffle pattern” führt z.B. hierhin
Die nette Dame hat freundlicherweise das Muster beschrieben und ansonsten ist der Pulli auch simpel: breiter Bund in 1 re 1 li, Ärmel etwas angepufft, schmale Passe, ebenfalls 1 re 1 li mit eingem viereckigem Ausschnitt, auf der linken Schulter eine Knopfleiste.
Da wir unsere Schemazeichnung vom perfekten Pulli ja schon haben, müssen wir nur noch schöne Farben aussuchen, eine Maschenprobe vom Waffelmuster machen und den Pulli ausrechnen, wie in den vorherigen Beiträgen beschrieben.
Prinzipiell kann man viele Pullover nach Abbildung stricken, dieser hier z.B. wäre auch leicht machbar:

Vielleicht findet ihr nicht genau dasselbe Blattmuster, aber es gibt soviele schöne Muster, die in dieselbe Richtung gehen, wie z.B. das, oder das, oder hier, so dasss man zumindest einen ähnlichen Pulli stricken kann und das wird dann auch auf jeden Fall ein Einzelstück.
Oder wühlt euch durch die kostenlosen Strickmuster von Drops Design und nehmt ein Grundmuster, das euch gefällt … es gibt keine Grenzen
NACHTRAG: eben habe ich noch diese unglaubliche Website entdeckt … ein wahres Eldorado an schönen Strickmustern, da solltet ihr unbedingt mal vorbeischauen.
Kennt Ihr die englische Serie “Jeeves and Wooster” mit Hugh Laurie und Stephen Fry? Wenn nicht – guckt sie an, wenn ihr die Gelegenheit habt, herrlicher trockener britischer Humor.
In einer Folge sind Hugh Laurie das Lied “47 Ginger Headed Sailors” … und das habe ich die ganze beim Nähen von meinem Hasenmatrosenkleid nicht aus dem Kopf gekriegt
Hier ist mein OOTD vom Montag – frisch genähtes Matrosenkleid und die Couturette von der Sonne geküsst und mit leichter Sturmfrisur. Ich habe mir fest vorgenommen, dieses Jahr NICHT über Hitze zu meckern, also meckere ich nicht, aber ich hab mir den Pelz verbrannt als ich mit einem Kunden im Strassencafé zu Mittag gegessen habe. Aber endlich, endlich, endlich kann man mal ein hübsches Sommerkleid anziehen, so lange wie heuer haben wir wohl noch nie auf die Sonne gewartet. Und ich freue mich wie Bolle über mein Matrosenoutfit
.

Leider, leider tatsächlich nur Teil 1
. Ich hatte wirklich gehofft, die Bluse heute fertigzukriegen, aber es sollte nicht sein, weil ich die Ärmel vergeigt habe.
Aber fangen wir am Anfang an.
Ich will diese Bluse nähen:

Als Schnitte habe ich die Bluse von der Smooth-Sailing Kombi von Wearing History ausgewählt, da ich weiss, dass sie mir gut passt und sie der Bluse aus dem Film wohl recht ähnlich ist.
Folgende Änderungen habe ich gemacht:
1. Hinten eine spitze Passe statt einer geraden. Die Mehrweite habe ich dann entsprechend nicht gerkräuselt, wie der Schnitt das vorsieht, sondern in Falten gelegt wie auf dem Bild.

Und das Aufsteppen der Passe ist nähtechnisch nicht so gut geglückt, wie man sieht ist unten an der Spizte das Rumpfteil zu weit rausgerutscht und bildet da jetzt eine hässliche Beule. Ich werde das nochmal aufmachen.
2. Die Mehrweite der vorderen Rumpfteile habe ich in Smokfalten gelegt, anstatt sie einzukräuseln. Die Originalbluse ist über die ganze Breite gesmokt, das war mir aber zuviel. Bei der Technik, die ich gemacht habe, ist das Endprodukt halb so lang wie der Ausgangsstoff, das hätte bedeutet, dass mein Vorderteil doppelt so breit sein muss, wie die Schulterpasse und das wird mir ehrlich gesagt zu schlabberig, ich finde auch dass die Filmbluse SEHR weit ist. Also habe ich nur den mittleren Teil gesmokt, was mir sehr gut gelungen ist, wie ich finde.
3. Ich habe eine Tasche wie für ein Herrenhemd aufgesetzt.
4. Die Taillenabnäher habe ich (vorerst) weggelassen, die Filmbluse hat auch keine. Wenn mir das gar nicht gefällt, kann ich ja immer noch nachträglich welche machen.
Seht ihr, wie weit diese Bluse ist?

5. Die Ärmel geändert. Den kurzen Original-Puffärmel habe ich verlängert und mit einem Ärmelschlitz versehen. Daran sollen dann doppelte Manschetten kommen, die mit Manschettenknöpfen geschlossen werden. Und hier habe ich den Fehler reingebracht: Ich habe im “Shirtmaking”-Buch von David Coffin gelesen, man solle von der Armkugel bis zum Handknöchel messen und dazu noch 1 Inch addieren. Das kam mir dann beim Zuschneiden wahnsinnig lang vor und ich habe an einer anderen Bluse nachgemessen: die Ärmel sind dort 5 cm kürzer. Also habe ich die Ärmel entsprechend gekürzt … und voilà, jetzt sind sie zu kurz. Genau um 5 Zentimeter. Das kommt davon, wenn man meint, es besser zu wissen, als die Experten.
Zum Glück habe ich noch reichlich von dem schönen Stoff und kann neue Ärmel zuschneiden.
Aber immerhin kann man an dem “Probe” (haha!)-Ärmel schon mal sehen, dass es gut aussehen wird.

Und auch die Manschetten kriege ich hin.

… und das Einsetzen der Schlitzbelege und Aufnähen der Manschetten betrachte ich als gute Übung … äh nein! Eigentlich ärgere ich mich wie die Sau, weil ich die Bluse so gerne heute fertiggemacht hätte, aber es ist, wie es eben ist.
Nein, ich nähe noch nicht, aber ich mach mir Gedanken, das ist doch auch schon mal was.
Erstmal habe ich den Stoffberg erklommen und – gar nicht mal so überraschend – perfekte Stoffe für das Outfit gefunden.
Für die Bluse ein Nadelstreifenbatist – ganz edel, laut Händler Überschuss von van Laak, für die Hose ein hellgrauer Gabardine, sehr schwer, fällt unheimlich schön und für die Jacke leider nichts in dem schönen Roséton, aber dafür ein sehr schönes helles Türkis. Ein Wollstoff, den ich bei Folhoffer aus dem Lager gezerrt hatte, als Miri und ich im Spätsommer 2011 dort waren. Von der Struktur her kommt er dem Stoff vom Originaloutfit sehr nahe und es ist nachher auch noch genug für einen Rock übrig. Der Stoff war ohnehin für ein Kostüm gedacht, perfekter kann es also gar nicht sein.
Für die Bluse werden ich den Schnitt der Smooth-Sailiing-Bluse von Wearing History nehmen, mit leichten Abwandlungen.
Und die Smok-Technik für vorne habe ich schon mal geübt

Klappt ganz gut, nur den Markierstift, der hier so hässliche rosa Flecken hinterlässt, werde ich dann bei der richtigen Bluse nicht verwenden.
Für die anderen beiden Teilen habe ich auch schon Schnitte im Kopf, aber da muss einiges geändet werden… mal sehen.
Nur noch “schnel”l ein Kleid fertigmachen, dann geht’s los mit der Bluse.
Habt Ihr “Unsere Mütter unsere Väter” gesehen? Ausnahmsweise mal eine deutsche Produktion, die mir gefallen hat und die Ausstattung ist echt der Hammer.
Schon beim ersten Anschauen habe ich mich spontan in diese Hosen-Kombi verliebt, die Greta “del Torres” aka Fräulein Müller auf diesem Still anhat.

Und ich WILL dieses Outfit.
Aber auf dem Bild sieht man nicht soviele Details, also habe ich mir die Folge 2 nochmal vom Online-Videorecorder runtergeladen und viele Screenshots gemacht.
Stoff vermutlich ein Wollgabardine
Ohne Bund, eingearbeitete Taschen hinten und vorne, hinten hochgezogen, Riegel und Schlitz an der Taille, weite Beine. Der Schritt ist eher unauthentisch hoch, hier wurde wohl dem heutigen Geschmack Rechnung getragen. Ich finde aber, dass die Hose super aussieht so wie sie ist, mit diesem authentisch tief hängenden Schritt habe ich eh so meine Probleme.
Hier ist die Dame leider am Kotzen, sorry. Aber man sieht eben die Hose nochmal ganz gut.
Stoff: Nadelstreifenbatist
Rückendetail: die Passe läuft in der Mitte zu einer Spitze aus, gelegte Falten in den Ärmeln und so eine Art doppelte Kellerfalte am Blusenrücken.
Manschettendetail: ist das mit Manschettenknöpfen geschlossen? Sieht man nicht so gut. Aber auf jeden fall eine doppelte Manschette, die nach oben geschlagen wird.
Vorderansicht
Smokfalten unterhalb der Passe, aufgesetzte Tasche mit spitz zulaufendem Besatz, wie bei einem Herrenhemd, Perlmuttknöpfe
Ansonsten ist die Bluse wohl nicht tailliert, wie man oben auf dem ersten Hosenbild sehen kann.
Die Jacke
Stoff: Wolle mit Fischgrätmuster
Stoffdetail
Vorne oben sind Taschen eingearbeitet, vermutlich ist das halbrunde ein Einsatz
Hier sieht man, dass es wirklich Taschen sind, nicht nur Ziernähte
Hier sieht man die gesamte Vorderseite: unten sind auch noch geschwungene Taschen. Ich tippe, dass die Jacke eine Prinzessnaht hat, an der die beiden Details gewissermassen “aufgehängt” sind. Gar nicht mal so einfach
.
Rückansicht:
Tailliert und oberhalb der Taille in Falten gelegt, oben aber nicht, da ist nur ein Schulterabnäher dran. Dafür auch etwas zu weit am Rücken
.
Ich werde mir mal ein paar Tage Gedanken machen, ob ich sowas ähnliches für mich nähen möchte. Jaja, ich weiss, ich habe NICHT ganz die Figur von Greta, aber ich fände es trotzdem cool für mich.